Auskunftsvertrag (entgeltlicher) – bei Arzt
Amtsgericht
Düsseldorf
Az: 20 C
2097/08
Urteil vom
17.11.2008
Hat das Amtsgericht Düsseldorf im
vereinfachten Verfahren gem. § 495a ZPO ohne mündliche Verhandlung am 17.11.2008
für Recht erkannt:
Die Klage wird abgewiesen.
Die Kosten des Rechtsstreits werden dem Kläger auferlegt.
Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.
Tatbestand
Ohne Tatbestand gem. §§ 313a Abs. 1, 495a ZPO.
Entscheidungsgründe:
Die Klage ist unbegründet.
Die Kläger hat gegen die Beklagte keinen Anspruch auf Zahlung in Höhe von 85,22
Euro aus dem mit der Beklagten durch Annahme deren Angebotes vom 25.4.2005
(Anlage K 1) geschlossenen Vertrag gem. § 611 As. 1, 612 BGB. Trotz
ausdrücklichen gerichtlichen Hinweises im Beschluß vom 4.7.2008 hat der Kläger
einen über die vorgerichtlich erhaltende Vergütung in Höhe von 33,68 Euro
hinausgehenden Anspruch auf Honorarzahlungen in Höhe von 85,22 Euro aus §§ 611,
612 BGB nicht schlüssig darzutun vermocht.
Zwischen den Parteien wurde durch das Angebot der Beklagten vom 25.04.2005 und
die konkludente Annahme des Klägers zwar ein als Dienstvertrag zu
qualifizierender entgeltlicher Auskunftsantrag geschlossen. Die Parteien haben
nach dem klägerseits angenommenen Angebot vom 25.04.2005 allerdings als
maßgebliche Taxe i.S.v. § 612 Abs. 2 Var. 1 BGB die Gebührenordnung für Ärzte
vereinbart, so daß die Höhe einer üblichen Vergütung im Falle der Ermangelung
einer Taxe vorliegend nicht entscheidungsrelevant ist, zumal die GOÄ mit Nr. 75
des Gebührenverzeichnisses eine geeignete Taxe ausdrücklich vorsieht. Soweit die
GOÄ vorliegend kraft Parteivereinbarung als Taxe vereinbart ist, kann es
entgegen der Entscheidung des AG Flensburg (Az: 62 C 238/06) nach Auffassung des
erkennenden Gerichts dahinstehen, ob der gesetzliche Anwendungsbereich nach § 1
GOÄ vorliegend überhaupt eröffnet ist. Nach dem Grundsatz der Privatautonomie
hätten die Parteien vorliegende jede ihnen beliebige Taxe vereinbaren können.
Die vom Kläger mit seinem Hauptvorbringen in Ansatz gebrachte Taxe des JVEG
haben die Parteien jedenfalls nicht vereinbart.
Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der klägerseits vorgebrachten
Entscheidung BSGE 80, 171, denn diese betrifft die Heranziehung eines Arztes als
(sachverständiger) Zeuge im Verwaltungsverfahren.
Auch soweit sich der Kläger in Ansehung der gerichtlichen Hinweise hilfsweise
auf die aus der Anlage K 16 ersichtliche Hilfsberechnung auf der Grundlage der
Gebührenpositionen Ä 85 und Ä 95 berufen hat und insofern mit der Klageforderung
einen erstrangigen Teilbetrag aus der danach in Höhe von 185,65 Euro bemessenen
Rechnung begehrt, liegt ein schlüssiger Anspruch nicht vor. Wie das erkennende
Gericht im besagten Hinweisbeschluß vom 4.7.2008 für den vorliegenden
Streitstoff, d.h. namentlich für die aus der Anlage K 2 und K 3 ersichtlichen
Auskünfte bereits ausdrücklich hingewiesen hat, liegt mit Nr. 75 des
Gebührenverzeichnisses eine geeignete Taxe vor, nach der diese ausführlichen
schriftlichen Berichte vergütet werden können. Eine schriftliche gutachtliche
Äußerung mit einem das gewöhnliche Maß übersteigenden Aufwand sowie
gegebenenfalls mit wissenschaftlicher Begründung im Sinne der Nr. 85 GOÄ kann in
den vorliegend streitgegenständlichen Auskünften der Anlage K 2 und K 3 nicht
erblickt werden. Inwiefern die Beklagte im Verfahren 39 C 3899/07 für die
dortigen Auskunftsleistungen des Klägers ggf. eine Abrechnung nach der
Gebührenziffer 80 GOÄ vorgenommen hat, ist für den vorliegenden Rechtsstreit
ohne jeglichen Belang. Soweit vorliegend allein eine Abrechnung auf der
Grundlage der 75 GOÄ erfolgen kann, kommt auch eine Schreibgebühr gemäß Nr. 95
GOÄ nicht in Betracht, denn diese ist nach Nr. 96 der GOÄ nur neben den
Leistungen nach den Nrn. 80, 85 und 90 abrechenbar.
Eine Hilfsberechnung auf der Grundlage der Gebührenziffer 75 GOÄ hat der Kläger
trotz ausdrücklichen gerichtlichen Hinweises im besagten Hinweisbeschluß vom
4.7.2008, den er als solchen ausweislich des Schriftsatzes vom 19.7.2008 auch
zur Kenntnis genommen hat, nicht vorgelegt. Es ist insofern nicht Aufgabe des
Gerichtes die dem darlegungspflichtigen Kläger obliegende Darstellung einer
ordnungs- und vertragsgemäßen Rechnungslegung von Amts wegen abzunehmen, zumal
die GOÄ vorliegend nur als vertraglich vereinbarte Taxe und nicht als
Rechtsvorschrift zum Tragen kommt.
In Ermangelung einer entsprechenden Hauptforderung stehen dem Kläger auch die
als Nebenforderungen verfolgten Ansprüche auf Verzugszinsen sowie auf Erstattung
außergerichtlicher Rechtsverfolgungskosten nicht zu.
Die prozessualen Nebenentscheidungen beruhen auf §§ 91 Abs. 1 S. 1, 269 Abs. 3,
708 Nr. 11, 713 ZPO.
Gründe für die Zulassung der Berufung im Sinne von § 511 Abs. 4 ZPO liegen nicht
vor.
Streitwert: bis 300,00 Euro