Dienstwagen
zur Privatnutzung – Versetzung Innendienst – Herausgabe des Pkw
LAG
Berlin-Brandenburg
Az: 10 Sa
2171/06
Urteil vom
19.02.2007
In Sachen hat das
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, 10. Kammer, auf die mündliche
Verhandlung vom 19.02.2007 für Recht erkannt:
I. Auf die Berufung der Verfügungsklägerin wird das Urteil des Arbeitsgerichts
Berlin vom 07.12.2006 - 18 Ga 21676/06 - abgeändert:
Dem Verfügungsbeklagten wird aufgegeben, bei Meidung eines vom Gericht
festzusetzenden Zwangsgeldes bis zu 50.000,00 EUR bzw. Zwangshaft den
Dienstwagen Pkw Marke Mercedes C 220 CDI, Fahrgestellnummer WDB……….. mit dem
amtlichen Kennzeichen B -..... an die Verfügungsklägerin herauszugeben.
II. Die Kosten der ersten Instanz trägt die Verfügungsklägerin. Die Kosten der
Berufung hat der Verfügungsbeklagte zu tragen.
Tatbestand:
Die Parteien streiten um die Herausgabe eines dem Verfügungsbeklagten von der
Verfügungsklägerin überlassenen PKW Mercedes C 220 CDI.
Der Verfügungsbeklagte ist seit dem 1. Juli 2004 bei der Verfügungsklägerin
aufgrund eines Arbeitsvertrages vom 7. Juli 2004 beschäftigt. Er ist Mitglied
des Betriebsrates. In § 4 Abs.2 des Arbeitsvertrages haben die Parteien
vereinbart:
"Die Gesellschaft stellt dem Mitarbeiter für die Dauer des Anstellungsvertrages
einen angemessenen Dienstwagen zur Verfügung, der auch zu Privatfahrten benutzt
werden kann. Betriebs- und Unterhaltskosten trägt die Gesellschaft. Die
Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung trägt der
Mitarbeiter. Es gilt die Dienstwagenregelung in der jeweils aktuellen Version."
Entsprechend hat die Verfügungsklägerin dem Verfügungsbeklagten einen PKW
Mercedes C 220 CDI überlassen.
In der Dienstwagen-Regelung der Verfügungsklägerin wird zwischen dem
Leasing-Vertrag (Vertrag zwischen der Verfügungsklägerin und dem Leasinggeber)
und dem Nutzungsvertrag (Vertrag zwischen den Parteien) unterschieden. Nach § 7
der Dienstwagen-Regelung endet der Nutzungsvertrag, wenn der Leasingvertrag
endet.
Nachdem der Verfügungsbeklagte zunächst im Außendienst der Verfügungsklägerin
beschäftigt war, wurde er mit Zustimmung des Betriebsrates mit Wirkung vom 1.
November 2006 in den Innendienst versetzt. Über die Frage der Wirksamkeit dieser
Versetzung streiten die Parteien derzeit erstinstanzlich vor dem Arbeitsgericht
Berlin.
Danach forderte die Verfügungsklägerin den Verfügungsbeklagten mehrfach zur
Herausgabe des PKWs auf, vorprozessual zuletzt mit anwaltlichem Schreiben vom 8.
November 2006.
Der Verfügungsbeklagte war seit dem 1. Oktober 2006 arbeitsunfähig erkrankt.
Nachdem er am 13. November 2006 einen Tag gearbeitet hatte, erkrankte er erneut.
Sein Anspruch auf Entgeltfortzahlung endete am 26.12.2006. Nach einer Mitteilung
des Verfügungsbeklagten vom 14. Februar 2007 ist er weiterhin - voraussichtlich
bis 28. Februar 2007 - arbeitsunfähig krank.
Mit ihrem am 30. November 2006 beim Arbeitsgericht Berlin eingegangenen Antrag
auf Erlass einer einstweiligen Verfügung hat die Verfügungsklägerin die
Herausgabe des Fahrzeugs verlangt. Der Verfügungsbeklagte ist dem Antrag
entgegengetreten.
Von der weiteren Darstellung des erstinstanzlichen Sach- und Streitstandes wird
gemäß § 69 Abs. 2 Arbeitsgerichtsgesetz (ArbGG) abgesehen.
Das Arbeitsgericht hat den Antrag mit am 7. Dezember 2006 verkündetem Urteil
zurückgewiesen und zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt, dass der Wortlaut
des Arbeitsvertrages nicht die von der Verfügungsklägerin angenommene Auslegung
zulasse, dass der Dienstwagen nur für die Dauer der Außendiensttätigkeit
überlassen worden sei. Andere Anspruchsgrundlagen für das Verlangen einer
vorzeitigen Rückgabe des Fahrzeugs lägen nicht vor. Eine vorzeitige Herausgabe
des Fahrzeugs sei nur für den Fall der Kündigung des Arbeitsverhältnisses sowie
bei Beendigung des Nutzervertrages gemäß § 7 der Dienstwagenregelung denkbar.
Letzteres sei nach § 8 Nr.1 der Dienstwagenregelung nur bei der der
Verfügungsklägerin gestatteten vorzeitigen Beendigung des Leasingvertrages der
Fall. Das Vorliegen eines solchen Falles behaupte die Verfügungsklägerin aber
nicht.
Gegen dieses der Verfügungsklägerin am 13. Dezember 2006 zugestellte Urteil legt
diese am 19. Dezember 2006 Berufung ein und begründete diese auch sogleich.
Mit Schreiben vom 8. Dezember 2006 an die D. AG Niederlassung D., Herrn M. G.,
hatte die Verfügungsklägerin den Leasingvertrag über das dem Verfügungsbeklagten
überlassene Fahrzeug gekündigt. Der Inhalt des Schreibens lautet im
Wesentlichen:
"Sehr geehrter Herr G.,
wir kündigen mit sofortiger Wirkung den o.g. Leasing-Vertrag.
Bitte teilen Sie uns den Termin der Abholung sowie den Übergabeort mit und
bestätigen uns den Eingang der Kündigung schriftlich."
Dieses Schreiben hat die Verfügungsklägerin in Kopie vorgelegt. Mit einem nicht
unterzeichneten Schreiben der D.Leasing vom 21. Dezember 2006 an die
Verfügungsklägerin teilte diese mit:
"unter Bezugnahme auf Ihr Schreiben vom 08.12.2006 bestätigen wir die
Vertragsbeendigung zum 30.12.2006".
Sodann waren in diesem Schreiben Abrechnungsmodalitäten aufgeführt. Das
Schreiben endet mit einer Unterschriftenzeile und dem davor stehenden Text:
"Mit der vorzeitigen Vertragsauflösung zu den oben genannten Bedingungen bin ich
einverstanden."
Der Verfügungsbeklagte hat das Fahrzeug bisher nicht herausgegeben.
In der Berufung setzte die Verfügungsklägerin sich einerseits mit der Auslegung
der Vertragsklausel auseinander und verwies im Übrigen auf die zwischenzeitlich
erfolgte Kündigung des Leasingvertrages. Darüber hinaus hat die
Verfügungsklägerin vorgetragen, dass der Verfügungsbeklagte das Fahrzeug auch
herauszugeben habe, weil er nach Auslaufen der Entgeltfortzahlung am 26.
Dezember 2006 keinen Anspruch auf den mit der Fahrzeugüberlassung verbundenen
geldwerten Vorteil mehr habe.
Der Verfügungsgrund werde durch den Verfügungsanspruch indiziert, weil der
Herausgabeanspruch auf den Besitzschutzanspruch zur Abwehr verbotener Eigenmacht
gestützt werde. Daneben müsse die Verfügungsklägerin die Leasingraten bis zur
Rückgabe des Fahrzeugs an die Leasinggesellschaft weiterzahlen.
Die Verfügungsklägerin und Berufungsklägerin beantragt,
Das Urteil des Arbeitsgerichts Berlin (Az.: 18 Ga 21676/06) vom 7. Dezember 2006
wird abgeändert.
Dem Verfügungsbeklagten wird aufgegeben, bei Meidung eines vom Gericht
festzusetzenden Zwangsgeldes bis zu 50.000,00 Euro bzw. Zwangshaft, den
Dienstwagen PKW, Marke Mercedes C 220 CDI, Fahrgestellnummer WDB…….., mit dem
amtlichen Kennzeichen B-..., an die Antragstellerin herauszugeben.
Der Verfügungsbeklagte und Berufungsbeklagte beantragt,
die Berufung zurückzuweisen.
Der Verfügungsbeklagte hält die Kündigung des Leasingvertrages nicht für
wirksam. Herr G. sei nicht zum Empfang von Kündigungen berechtigt.
Leasingverträge würden auch nicht über die D.AG, sondern über die D. Services
und die D. Bank abgewickelt. Das seien andere juristische Personen.
Ein Verfügungsgrund sei nicht gegeben, weil die Verfügungsklägerin keinerlei
Interesse an der vorzeitigen Beendigung des Leasingvertrages habe.
Wegen des weiteren Vorbringens der Parteien in der Berufungsinstanz wird auf den
vorgetragenen Inhalt der Berufungsbegründung vom 19. Dezember 2006, der
Berufungsbeantwortung vom 5. Februar 2007, sowie des Schriftsatzes der
Verfügungsklägerin vom 15. Februar 2007 jeweils nebst Anlagen sowie das
Sitzungsprotokoll Bezug genommen.
Entscheidungsgründe:
I.
Die nach § 64 Abs. 2 ArbGG statthafte Berufung der Verfügungsklägerin ist form-
und fristgerecht im Sinne der §§ 66 Abs. 1 ArbGG, 519, 520 Zivilprozessordnung
(ZPO) eingelegt und begründet worden.
II.
Die Berufung hat auch in der Sache Erfolg.
Der Leasingvertrag ist durch die Kündigung seitens der Verfügungsklägerin vom 8.
Dezember 2006 beendet worden. Dem gekündigten Leasing-Vertrag folgt nach der im
Arbeitsvertrag der Parteien in Bezug genommenen Dienstwagen-Regelung die
Herausgabeverpflichtung für den Verfügungsbeklagten.
1.
Ein Verfügungsanspruch ist gegeben.
1.1
Zutreffend hat das Arbeitsgericht in der angefochtenen Entscheidung
festgestellt, dass die vertragliche Regelung der Parteien zur Überlassung des
Dienstwagens lediglich an das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses geknüpft ist.
In einem vergleichbaren Fall hat das Bundesarbeitsgericht eine nahezu
wortgleiche vertragliche Regelung entsprechend gewürdigt (BAG, Urteil vom 16.
November 1995 - 8 AZR 240/95). Dem folgt auch die erkennende Kammer.
1.2
Danach hat der Verfügungsbeklagte grundsätzlich einen vertraglichen Anspruch auf
die Überlassung eines Firmen-PKW auch zur privaten Nutzung entsprechend § 4
Ziffer 2 des Anstellungsvertrages. Grundsätzlich hat der Verfügungsbeklagte auch
mindestens Anspruch auf die Zurverfügungstellung eines Dienstwagens vom Typ
Mercedes C 220 CDI T Avantgarde, 110 kW, Automatik, da die Dienstwagen-Regelung
in § 4 lediglich zwei Fahrzeug-Kategorien beinhaltet und es sich bei dem
Mercedes C 220 CDI um die kleinste Kategorie handelt.
1.3
Ob das Herausgabeverlangen der Verfügungsklägerin dennoch allein deshalb schon
gerechtfertigt ist, weil ihre Entgeltfortzahlungspflicht gegenüber dem
Verfügungsbeklagten derzeit beendet ist, bedarf in diesem einstweiligen
Verfügungsverfahren keiner abschließenden Entscheidung. Allerdings neigt die
Kammer dazu, nicht allein aus dem Wegfall der Entgeltfortzahlung die
Herausgabeverpflichtung anzunehmen. Fischer hatte dazu in einem Aufsatz "Der
privat genutzte Dienstwagen und das Ende des Entgeltfortzahlungszeitraumes"
(Fachanwalt Arbeitsrecht 2003, 105, 107) ausgeführt:
"Die Rechtslage ist ähnlich, wie im Falle der Überlassung einer
Werkdienstwohnung. In der Entscheidung vom 11. 10. 2000 (5 AZR 240/99) hat das
BAG ausdrücklich entschieden, dass für die Betrachtung von Nutzungsrechten an
Firmenfahrzeugen auch die Lage bei Werkmiet- oder bei Werkdienstwohnungen
vergleichend herangezogen werden kann. Das BAG weist zu Recht auf den oben schon
angesprochenen Gesichtspunkt hin, dass Sachbezüge eben nicht nur unter
finanziellen Gesichtspunkten, sondern auch unter Gesichtspunkten der
Lebensführung zu betrachten sind. Niemand käme z. B. auf den Gedanken,
anzunehmen, dass mit Ablauf des Entgeltfortzahlungszeitraumes ein Arbeitnehmer
verpflichtet wäre, aus einer Werkmiet- oder Werkdienstwohnung auszuziehen und
diese an den Arbeitgeber zurückzugeben, um dann nach Wiederherstellung der
Arbeitsfähigkeit wieder einzuziehen. Ähnliche Überlegungen gelten, wenn der
Arbeitgeber arbeitsvertraglich eine freie Unterkunft zur Verfügung stellt. Hier
wird zutreffend angenommen, dass ein solcher Anspruch auch über den
Entgeltfortzahlungszeitraum hinaus fortbesteht. Für eine andere rechtliche
Bewertung im Rahmen des hier erörterten Problems ergeben sich keinerlei
Anhaltspunkte. Im Gegenteil, maßgeblich ist die Anbindung des Besitzrechtes an
den Bestand des Arbeitsverhältnisses. Da das Arbeitsverhältnis auch bei längerer
Erkrankung und bei Ablauf des Entgeltfortzahlungszeitraumes nicht endet, ja
nicht einmal ruhend gestellt wird, sondern fortbesteht, lediglich die beiden
Hauptleistungspflichten sind nicht mehr relevant, bleibt das Besitzrecht des
Arbeitnehmers bestehen.
Somit ist ein Herausgabeanspruch des Arbeitgebers, entgegen der oben zitierten
bisher allgemein formulierten Auffassung, nicht existent."
1.4
Allerdings hat der Verfügungsbeklagte das Fahrzeug herauszugeben, weil die
Verfügungsklägerin den Leasingvertrag gekündigt hat.
1.4.1
Die Kündigung ist eine einseitige empfangsbedürftige unwiderrufliche
Willenserklärung. Abgegeben ist die Erklärung, wenn der Erklärende seinen
rechtsgeschäftlichen Willen so geäußert hat, dass an der Endgültigkeit der
Äußerung kein Zweifel möglich ist.
Die Erklärung muss grundsätzlich an den Erklärungsempfänger gerichtet werden.
Allerdings finden die von Rechtsprechung und Schrifttum zu § 130 BGB
entwickelten Rechtsgrundsätze über den Zugang von Willenserklärungen im Falle
der Abgabe gegenüber einem Abwesenden entsprechende Anwendung. Eine Kündigung
kann deshalb mit ihrer Abgabe gegenüber einer als Empfangsbote in Betracht
kommenden Person zugleich als einem anderen zugegangen angesehen werden, wenn
sie an den anderen gerichtet ist.
1.4.2
Der kaufmännische Leiter Schmidt und die Personalleiterin E. haben unter Hinweis
auf ihre Prokura die Kündigungserklärung unterzeichnet. Dass diese beiden
Personen solche Erklärungen im Namen der Verfügungsklägerin abgeben dürfen, hat
der Verfügungsbeklagte nicht in Zweifel gezogen und war deshalb anzunehmen.
Die Kündigungserklärung ist auch eindeutig. Sie ließ keinerlei Zweifel offen,
dass die Verfügungsklägerin mit sofortiger Wirkung den Leasing-Vertrag über das
dem Verfügungsbeklagten überlassene Fahrzeug gekündigt hat.
Adressiert war die Kündigungserklärung an die D. AG, Niederlassung D. zu Händen
M. G.. Wie die Verfügungsklägerin im Kammertermin ausgeführt hat, ist Herr G.
nach ihrer Ansicht der Ansprechpartner der Verfügungsklägerin in allen
Kfz-Leasing-Angelegenheiten.
Die Kammer ging davon aus, dass es im Geschäftsleben durchaus üblich ist, dass
ein Ansprechpartner in einer Gesellschaft als Empfangsbote auch für
Willenserklärungen, die gegenüber anderen verbundenen Gesellschaften abgegeben
werden, fungiert. Letztlich kann aber dahinstehen, ob Herr G. tatsächlich für
die verschiedenen D.-Gesellschaften eine solche Funktion innehatte. Denn allein
aufgrund des Inhalts des Kündigungsschreibens war offensichtlich, dass es sich
an die D.-Gesellschaft richtete, die Vertragspartner des Leasingvertrages mit
der Verfügungsklägerin war. Dass das Kündigungsschreiben letztlich auch die D.
Leasing GmbH erreicht hat, ergibt sich aus dem Schreiben dieser Gesellschaft vom
21.12.2006 an die Verfügungsklägerin. Insofern war jedenfalls zum Zeitpunkt der
mündlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht die Kündigung dem richtigen
Adressaten zugegangen.
Es kann dahinstehen, ob das Schreiben der D. Leasing GmbH vom 21.12.2006 die
Kündigung bestätigt hat und die Verfügungsklägerin lediglich noch ihr
Einverständnis mit der Vereinbarung über die Rückgabemodalitäten geben sollte
oder ob, wie vom Verfügungsbeklagten angenommen, noch eine
Aufhebungsvereinbarung zum Leasing-Vertrag geschlossen werden sollte. Denn die
Kündigung ist wie vorstehend ausgeführt wirksam erklärt worden.
Ob die Kündigung des Leasing-Vertrages im Verhältnis der Verfügungsklägerin zum
Leasinggeber gegebenenfalls nach gerichtlicher Prüfung rechtlich Bestand hat,
ist für die Berechtigung des Herausgabeverlangens gegenüber dem
Verfügungsbeklagten unerheblich. Denn nach § 8 der Dienstwagenregelung führt die
vorzeitige Beendigung des Leasing-Vertrages zur vorzeitigen Beendigung des
Nutzervertrages. Gerade aus § 8 Ziffer 1 Satz 2 der Dienstwagen-Regelung, wonach
die Verfügungsklägerin in einem solchen Fall "alle finanziellen Konsequenzen"
gegenüber dem Leasinggeber trägt, ergibt sich, dass die Kündigung des
Leasing-Vertrages allein ausreichend für eine Beendigung des Nutzervertrages
ist. Auf eine rechtliche Beständigkeit dieser Beendigung kommt es nicht an.
Bei dieser Regelung handelt es sich auch nicht um eine unangemessene
Benachteiligung des Verfügungsbeklagten. Denn der Anspruch auf (erneute)
Fahrzeugüberlassung ist von dieser Regelung unberührt.
2.
Auch der notwendige Verfügungsgrund ist gegeben.
2.1
Wird im Rahmen der einstweiligen Verfügung die Herausgabe eines Dienstwagens,
der dem Arbeitnehmer auch zur Privatnutzung zur Verfügung steht, an den
Arbeitgeber verlangt, handelt es sich um eine so genannte Leistungs- oder
Befriedungsverfügung. Nach den allgemeinen Grundsätzen ist diese nur
ausnahmsweise zulässig, wenn der Antragsteller auf die sofortige Erfüllung so
dringend angewiesen ist, dass er ein ordentliches Verfahren nicht abwarten kann.
Dem kann nicht entgegen gehalten werden, dass eine spätere Rückgabe auch über
die Gewährung von Schadenersatz geregelt werden kann. Es ist allgemein
anerkannt, dass ein Gläubiger sich im Rahmen des einstweiligen Rechtsschutzes
nicht auf mögliche Schadensersatzansprüche verweisen lassen muss (vgl. Sch., Die
Sicherung des Herausgabeanspruchs am Dienstwagen nach Beendigung des
Arbeitsverhältnisses mittels einstweiliger Verfügung, BB 2002, 992, 995).
2.2
Die Verfügungsklägerin hat die Kündigung des Leasing-Vertrages dargelegt. Damit
ist offensichtlich, dass sie das Fahrzeug zur Rückgabe an den Leasinggeber
benötigt. Demgegenüber hat der Verfügungsbeklagte keine besonderen Gründe über
den vertraglichen Anspruch an sich hinaus vorgetragen, dass er dringend und zwar
auf gerade dieses Fahrzeug angewiesen ist.
Deshalb führt auch eine Interessenabwägung zu keinem anderen Ergebnis. Nach § 8
der Dienstwagenregelung führt die vorzeitige Beendigung des Leasing-Vertrages
zur vorzeitigen Beendigung des Nutzervertrages. Und bei dieser Regelung handelt
es sich, wie bereits ausgeführt, auch nicht um eine unangemessene
Benachteiligung des Verfügungsbeklagten. Denn der Anspruch auf (erneute)
Fahrzeugüberlassung ist von dieser Regelung unberührt.
III.
Die Kostenentscheidung folgt aus § 64 Abs. 6 ArbGG in Verbindung mit §§ 91, 96
ZPO. Als unterlegene Partei hat der Verfügungsbeklagte grundsätzlich die Kosten
des Rechtsstreits zu tragen. Da die Verfügungsklägerin jedoch erst nach
Verkündung der angefochtenen Entscheidung den Leasing-Vertrag gekündigt hat und
ihre Angriffe gegen das erstinstanzliche Urteil hinsichtlich der Auslegung von §
4 Abs.2 des Arbeitsvertrages erfolglos waren, waren ihr die Kosten der ersten
Instanz aufzuerlegen.