Skip to content

Überspannungsschaden – Hausratversicherung – Darlegungslast

AG Heinsberg

Az: 19 C 34/06

Urteil vom 11.10.2006


Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits trägt der Kläger.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Der Kläger darf die Vollstreckung der Beklagten gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 120 % des zu vollstreckenden Betrages abwenden, wenn nicht die Beklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in gleicher Höhe leistet.

Tatbestand

Mit der Klage macht der Kläger Ansprüche (Neuanschaffung einer Computeranlage / Neuinstallation einer Viehhandelssoftware) aus dem mit der Beklagten geschlossenen Hausratversicherungsvertrag auf der Grundlage der VHB 2001 geltend.

Der Kläger behauptet, dass am 03.04.2006 infolge Blitzschlags seine Computeranlage zerstört worden sei. Er ist der Auffassung, dass die Beklagte für die Netto-Neuanschaffungskosten (1.193,45 €) sowie die Kosten der Neuinstallation der Viehhandelssoftware (387,00 € netto) einstandspflichtig sei.

Der Kläger beantragt, die Beklagte zu verurteilen, an ihn 1.580,45 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 11.06.2006 sowie außergerichtliche Kosten in Höhe von 123,48 € zu zahlen.

Die Beklagte beantragt, die Klage abzuweisen.

Wegen der weiteren Einzelheiten im Vorbringen der Parteien wird auf die gewechselten Schriftsätze nebst Anlagen Bezug genommen.

Entscheidungsgründe

Die Klage ist unbegründet.

Der Kläger hat keinen Zahlungsanspruch gegen die Beklagte aus dem geschlossenen Hausratversicherungsvertrag.

Dies schon deshalb nicht, weil er den Eintritt einer versicherten Gefahr (§ 4 Nr. 1 a) VHB 2001) nicht substantiiert und damit beachtlich dargetan hat. Insoweit ist es nicht ausreichend, wenn der Kläger behauptet, dass sein Hard- und Softwarehändler einen Überspannungsschaden an der Computer- und ISDN-Anlage festgestellt habe. Abgesehen davon, dass ohnehin nur Überspannungsschäden durch Blitz zu den versicherten Gefahren gehören, hätte der Kläger vielmehr substantiiert vortragen müssen, aufgrund welcher Tatsachen sein Hard- und Softwarehändler die behaupteten Feststellungen getroffen hat. Dies gilt umso mehr, wie die Beklagte unter Bezugnahme auf das von ihr vorprozessual eingeholte Gutachten substantiiert vorgetragen hat, aufgrund welcher Tatsachen der Eintritt einer versicherten Gefahr auszuschließen ist, ohne dass sich der Kläger hiermit auseinandergesetzt hätte.

Auch zur Höhe des behaupteten Schadens trägt der Kläger substantiiert nichts vor. Insoweit genügt es nicht, eine Neuanschaffungsrechnung vorzulegen. Dies deshalb nicht, weil der Kläger nach §§ 13 Nr. 2, 28 Nr. 1 a) VHB 2001 nur den Wiederbeschaffungswert von Sachen gleicher Art und Güte – wie die zerstörten – in neuwertigem Zustand verlangen kann. Insoweit hätte der Kläger konkret darstellen müssen, aus welchen Komponenten seine (zerstörte) Computeranlage bestand, welche dieser Komponenten zerstört wurden und welche Entschädigung er bezüglich der einzelnen zerstörten Komponenten begehrt. Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn -was indes nicht der Fall ist- sich zerstörte und neu angeschaffte Computeranlage von ihren Komponenten her vollinhaltlich entsprochen hätten. Soweit zerstörte Komponenten nicht mehr marktgängig wären, könnte der Kläger der Höhe nach nur Ersatz der Neuanschaffungskosten für derartige Komponenten verlangen, die die Funktionen der zerstörten Komponenten erbringen können (vgl. LG Koblenz CR 1995, 222); auch diesbezüglich ist nichts dargetan.

Ersatz der Kosten für die Neuinstallation der Viehhandelssoftware könnte der Kläger überdies per se nicht verlangen, zumal es sich insoweit weder um versicherte Sachen (§ 1 VHB 2001) noch um versicherte Kosten (§ 2 VHB 2001) handelt.

Sonach scheidet auch ein Anspruch auf Erstattung der geltend gemachten außergerichtlichen Rechtsanwaltskosten aus.

Die prozessualen Nebenentscheidungen beruhen auf §§ 91, 708, 711 ZPO.

Streitwert: 1.580,45 €

Hinweis: Informationen in unserem Internetangebot dienen lediglich Informationszwecken. Sie stellen keine Rechtsberatung dar und können eine individuelle rechtliche Beratung auch nicht ersetzen, welche die Besonderheiten des jeweiligen Einzelfalles berücksichtigt. Ebenso kann sich die aktuelle Rechtslage durch aktuelle Urteile und Gesetze zwischenzeitlich geändert haben. Benötigen Sie eine rechtssichere Auskunft oder eine persönliche Rechtsberatung, kontaktieren Sie uns bitte.

Soforthilfe vom Anwalt!

Jetzt Hilfe vom Anwalt!

Rufen Sie uns an um einen Beratungstermin zu vereinbaren oder nutzen Sie unser Kontaktformular für eine unverbindliche Beratungsanfrage bzw. Ersteinschätzung.

Ratgeber und hilfreiche Tipps unserer Experten.

Lesen Sie weitere interessante Urteile.

Unsere Kontaktinformationen.

Rechtsanwälte Kotz GbR

Siegener Str. 104 – 106
D-57223 Kreuztal – Buschhütten
(Kreis Siegen – Wittgenstein)

Hier finden Sie uns!

Telefon: 02732 791079
(Tel. Auskünfte sind unverbindlich!)
Telefax: 02732 791078

E-Mail Anfragen:
info@ra-kotz.de
ra-kotz@web.de

zum Kontaktformular

Ersteinschätzungen nur auf schriftliche Anfrage per Anfrageformular.

Rechtsanwalt Hans Jürgen Kotz
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt und Notar Dr. Christian Kotz
Fachanwalt für Verkehrsrecht
Fachanwalt für Versicherungsrecht
Notar mit Amtssitz in Kreuztal

Über uns

Bürozeiten:
MO-FR: 8:00-18:00 Uhr
SA & außerhalb der Bürozeiten:
nach Vereinbarung

Für Besprechungen bitten wir Sie um eine Terminvereinbarung!

Das sagen Kunden über uns
Unsere Social Media Kanäle

 

Termin vereinbaren

02732 791079

Bürozeiten:
Mo-Fr: 08:00 – 18:00 Uhr

Kundenbewertungen & Erfahrungen zu Rechtsanwälte Kotz. Mehr Infos anzeigen.

Ersteinschätzung

Wir analysieren für Sie Ihre aktuelle rechtliche Situation und individuellen Bedürfnisse. Dabei zeigen wir Ihnen auf, wie in Ihren Fall sinnvoll, effizient und möglichst kostengünstig vorzugehen ist.

Fragen Sie jetzt unverbindlich nach unsere Ersteinschätzung und erhalten Sie vorab eine Abschätzung der voraussichtlichen Kosten einer ausführlichen Beratung oder rechtssichere Auskunft.

Aktuelle Jobangebote


Stand: 25.06.2024

Rechtsanwaltsfachangestellte (n) / Notarfachangestellte(n) (m/w/d) in Vollzeit

 

jetzt bewerben

 


 

Juristische Mitarbeiter (M/W/D)

als Minijob, Midi-Job oder in Vollzeit.

 

mehr Infos