Skip to content

Strand – zu große Entfernung – Reisepreisminderung

Landgericht Frankfurt am Main

Az: 2/24 S 373/01

Urteil verkündet am: 13.06.2002


In dem Rechtsstreit hat das Landgericht Frankfurt am Main, 24. Zivilkammer, auf Grund der mündlichen Verhandlung vom 11.04.2002 für Recht erkannt:

Auf die Berufung der Beklagten wird das am 13.09.2001 verkündete Urteil des Amtsgerichts Bad Homburg vor der Höhe, Az.: 2 C 1902/01-15 – wie folgt abgeändert: Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger € 245,22 nebst 5 % Zinsen über dem Basiszinssatz nach § l DÜG seit dem 11.03.2001 zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die weitergehende Berufung wird zurückgewiesen.

Von den Kosten des Rechtsstreits haben der Kläger 87% und die Beklagte 13 % zu tragen.

Von der Darstellung des Tatbestandes wird gemäß § 543 Abs. l ZPO a.F. abgesehen.

Entscheidungsgründe:

Die Berufung ist form- und fristgerecht eingelegt und begründet worden. In der Sache hat sie auch überwiegenden Erfolg.

Entgegen der Auffassung des Amtsgerichts kann der Kläger von der Beklagten nicht die Rückzahlung des für einen Hotelwechsel gezahlten Aufpreis in Höhe von 3.571,36 DM verlangen.

Das Amtsgericht hat zutreffend festgestellt, dass der Mangel der Reiseleistung der Beklagten hier darin liegt, dass die dem Kläger zur Verfügung gestellte Unterkunft ausgehend von den vertraglichen Vereinbarungen der Parteien eine zu große Entfernung zu dem Strand aufwies. Ebenso zutreffend hat das Amtsgericht weitere Mängel nicht feststellen können. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird insoweit auf die entsprechenden Ausführungen des amtsgerichtlichen Urteils, das sich die Kammer gemäß § 543 Abs. l ZPO a.F. insoweit zu eigen macht, verwiesen.

Im Gegensatz zu der Rechtsauffassung des Amtsgerichts bleibt die Kammer aber bei ihrer ständigen Rechtsprechung, dass Abhilfe durch Umzug in ein anderes Hotel nur dann vom Reiseveranstalter verlangt werden kann, wenn Mängel in einem Maße vorliegen, die zu einer Kündigung des Reisevertrags bzw. zu einer Selbstabhilfe iSd § 651 c Abs. 3 BGB berechtigen würden, also mindestens in einem Gesamtgewicht von 20 %.

Können wir Ihnen helfen? Rufen Sie uns an: 02732 791079 und vereinbaren einen Beratungstermin oder fordern Sie unverbindlich unsere Ersteinschätzung online an.

Diese ständige Rechtsprechung der Kammer hat ihre innere Berechtigung darin, dass Fälle, in denen der Reisende eine Abhilfe durch kostenfreien Umzug begehrt, der Reiseveranstalter-Abhilfe durch Umzug aber nur gegen Zahlung eines Aufpreises gewähren will, im Kern den Fällen der sogenannten erweiterten Selbstabhilfe des § 651 c Abs. 3 BGB durch einen eigenständigen Hotelwechsel des Reisenden entsprechen. Der Unterschied besteht nur darin, dass im Fall der Selbstabhilfe durch Umzug ein Beherbungsvertrag mit einem Dritten geschlossen wird, während in den Fällen, in denen der Reisende nach Zahlung eines Aufpreises, aus dem sich ergibt, dass der Reiseveranstalter diesen Umzug nicht als Abhilfemaßnahme ansieht, umzieht, der Vertragspartner weiterhin der Reiseveranstalter bleibt. Dieser Unterschied rechtfertigt es aber nach Auffassung der Kammer nicht sachliche Unterschiede bei den Voraussetzungen des Anspruchs auf Ersatz der für den Umzug notwendigen Aufwendungen zu machen. Die Kammer ist deshalb nach wie vor der Auffassung, dass ein Umzug- als Abhilfe nur dann verlangt werden, kann, wenn Mängel — vorliegen, die ein Gesamtgewicht von 20 % erreichen.

Dies ist aber in diesem Falle nicht gegeben. Bereits das Amtsgericht hat hier die Minderungsquote mit 10 % angesetzt. Dies begegnet auch bei der Kammer keinen Bedenken.

Der Kläger konnte deshalb eine kostenfreie Abhilfe durch Wechsel in das Hotel von der Beklagten nicht verlangen und hat dementsprechend keinen Anspruch auf Rückzahlung des Aufpreises.

Allerdings steht ihm wegen des Mangels der zu großen Strandentfernung ein Minderungsanspruch in Höhe von 10 % des Reisepreises zu; für die Zeit nach dem Umzug in das T steht ihm eine hypothetische Minderung zu.

Sie benötigen rechtliche Hilfe?

Rufen Sie uns an um einen Beratungstermin zu vereinbaren oder nutzen Sie unser Kontaktformular für eine unverbindliche Beratungsanfrage bzw. Ersteinschätzung.

Rechtsanwälte Kotz - Kreuztal
Dr. Christian Gerd Kotz

Dr. Christian Gerd Kotz

Mein Name ist Dr. Christian Gerd Kotz. Ich bin Fachanwalt für Verkehrsrecht und Versicherungsrecht, sowie Notar mit Amtssitz in Kreuztal. Selbstverständlich berate und vertrete ich meine Mandanten auch zu jedem anderen Thema im Raum Siegen und bundesweit [...] mehr zu

Ratgeber und hilfreiche Tipps unserer Experten.

Lesen Sie weitere interessante Urteile.

Unsere Kontaktinformationen.

Rechtsanwälte Kotz GbR

Siegener Str. 104 – 106
D-57223 Kreuztal – Buschhütten
(Kreis Siegen – Wittgenstein)

Telefon: 02732 791079
(Tel. Auskünfte sind unverbindlich!)
Telefax: 02732 791078

E-Mail Anfragen:
info@ra-kotz.de
ra-kotz@web.de
zum Kontaktformular

Rechtsanwalt Hans Jürgen Kotz
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt und Notar Dr. Christian Kotz
Fachanwalt für Verkehrsrecht
Fachanwalt für Versicherungsrecht
Notar mit Amtssitz in Kreuztal

Bürozeiten:
MO-FR: 8:00-18:00 Uhr
SA & außerhalb der Bürozeiten:
nach Vereinbarung

Für Besprechungen bitten wir Sie um eine Terminvereinbarung! Ersteinschätzungen nur auf schriftliche Anfrage per Anfrageformular.

Termin vereinbaren

02732 791079

Bürozeiten:
Mo-Fr: 08:00 – 18:00 Uhr

Kundenbewertungen & Erfahrungen zu Rechtsanwälte Kotz. Mehr Infos anzeigen.

Ersteinschätzung

Wir analysieren für Sie Ihre aktuelle rechtliche Situation und individuellen Bedürfnisse. Dabei zeigen wir Ihnen auf, wie in Ihren Fall sinnvoll, effizient und möglichst kostengünstig vorzugehen ist.

Fragen Sie jetzt unverbindlich nach unsere Ersteinschätzung und erhalten Sie vorab eine Abschätzung der voraussichtlichen Kosten einer ausführlichen Beratung oder rechtssichere Auskunft.