Skip to content

Verkehrsunfall – ärztliche Feststellung der Kausalität des Unfalls für ein Halswirbelsäulentrauma

LG Hamburg – Az.: 306 O 504/10 –  Urteil vom 08.06.2012

1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Die Klägerin hat die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.

3. Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrags vorläufig vollstreckbar.

Tatbestand

Die Klägerin macht gegen die Beklagte Ansprüche aus einem Verkehrsunfall 27. Oktober 2009 auf der Straße B. in H. geltend. Die Versicherungsnehmerin der Beklagten, W., fuhr auf das von der Klägerin gefahrene Fahrzeug auf. Die Haftung der Beklagten ist dem Grunde nach unstreitig. Der Fahrzeugschaden ist von der Beklagten reguliert worden. Die Parteien streiten um die Frage, ob die Klägerin bei dem Unfall verletzt wurde.

Die Klägerin trägt vor, sie habe bei dem Unfall eine Halswirbelsäulendistorsion erlitten. Sie sei deshalb vom 27. Oktober bis 20. November 2009 arbeitsunfähig gewesen. Die Klägerin verlangt deshalb Schmerzensgeld in der Größenordnung von mindestens 1.000,– €, Ersatz von Verdienstausfallschäden sowie der Kosten für eine Haushaltshilfe, die Feststellung der Eintrittspflicht der Beklagten für künftige verletzungsbedingte Schäden sowie Ersatz der außergerichtlichen Rechtsanwaltskosten.

Die Klägerin beantragt,

Verkehrsunfall - ärztliche Feststellung der Kausalität des Unfalls für ein Halswirbelsäulentrauma
Symbolfoto: Von Andrey_Popov/Shutterstock.com

1. die Beklagte zu verurteilen, an sie, die Klägerin, aus dem Unfallgeschehen vom 27. Oktober 2009 eine Schmerzensgeld zu zahlen, dessen Höhe in das Ermessen des Gerichts gestellt wird, nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 23. Dezember 2010 zu zahlen.

2. Die Beklagte zu verurteilen, an sie, die Klägerin, 1.482,– € nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 23. Dezember 2010 zu zahlen.

3. die Beklagte zu verurteilen, an sie, die Klägerin, einen Verdienstausfallschaden in Höhe von 301,28 € nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 23. Dezember 2010 zu zahlen.

4. die Beklagte zu verurteilen, an sie, die Klägerin, einen weiteren Verdienstausfallschaden in Höhe von 3.031,63 € brutto nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 23. Dezember 2010 zu zahlen.

5. festzustellen, dass die Beklagte verpflichtet ist, ihr, der Klägerin, sämtliche zukünftige materiellen und immateriellen Schäden zu ersetzen, die ihr, der Klägerin, aus dem Verkehrsunfallgeschehen vom 27. Oktober 2009 mit dem bei der Beklagten versicherten Fahrzeug mit dem amtlichen Kennzeichen entstanden sind beziehungsweise noch entstehen werden, soweit der Anspruch nicht auf einen Sozialversicherungsträger und sonstigen Dritten übergegangen ist.

Können wir Ihnen in einem ähnlichen Fall behilflich sein? Vereinbaren Sie einen Termin unter 02732 791079 oder fordern Sie unsere Ersteinschätzung online an.

6. die Beklagte zu verurteilen, sie, die Klägerin, von sämtlichen vorgerichtlichen Anwaltskosten gegenüber Rechtsanwalt Dr. M. M., A. H… Straße …, … H., in Höhe von 661,16 € nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 23. Dezember 2010 freizuhalten.

Die Beklagte beantragt, die Klage abzuweisen.

Sie bestreitet, dass die Klägerin bei dem Unfall verletzt wurde und die Höhe der geltend gemachten Ansprüche.

Auf die gewechselten Schriftsätze sowie die von den Parteien eingereichten Anlagen wird Bezug genommen.

Das Gericht hat gemäß Beschluss vom 11. Februar 2011 Beweis erhoben. Auf das interdisziplinäre Gutachten der Sachverständigen We. und Dr. D. vom 6. Dezember 2011 sowie die ergänzende Stellungnahme des Sachverständigen We. vom 14. Februar 2012 wird verwiesen.

Entscheidungsgründe

Die zulässige Klage ist unbegründet. Die Klägerin als insoweit beweisbelastete Partei hat nicht beweisen können, dass sie bei dem streitgegenständlichen Verkehrsunfall verletzt worden ist.

Die eingereichten Arztberichte sind hierzu nicht geeignet. Objektivierbare Befunde ergeben sich daraus nicht. Die Diagnose ist ausschließlich auf die Angaben der Klägerin gestützt. Der behandelnde Arzt kann daher auch keinerlei Feststellungen zur Kausalität des Unfalls für die behaupteten Beschwerden treffen.

Durch das eingeholte Gutachten konnten die Behauptungen der Klägerin ebenfalls nicht bewiesen werden. Das Gericht schließt sich den überzeugenden Ausführungen der als besonders kompetent bekannten Sachverständigen an, die letztlich auch von der Klägerin nicht angegriffen wurden. Danach hat die Klägerin mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Halswirbelsäulentrauma bei dem Unfall erlitten.

Ist aber eine Kausalität des Unfalls für die behaupteten Verletzungen nicht festzustellen, bestehen diesbezüglich auch keine Ansprüche gegen die Beklagte. Dass die Klägerin im zeitlichen Zusammenhang mit dem Unfall Schmerzen hatte, soll nicht in Abrede gestellt werden. Allein damit lässt sich aber eine Kausalität des Unfalls für dieses Schmerzen nicht sicher feststellen, da die Beschwerden der Klägerin unspezifisch sind und daher auch andere Ursachen in Betracht kommen.

Mit den Hauptansprüchen entfallen auch die Nebenansprüche.

Die Nebenentscheidungen beruhen auf §§ 91, 709 ZPO.

Sie benötigen rechtliche Hilfe?

Rufen Sie uns an um einen Beratungstermin zu vereinbaren oder nutzen Sie unser Kontaktformular für eine unverbindliche Beratungsanfrage bzw. Ersteinschätzung.

Rechtsanwälte Kotz - Kreuztal
Dr. Christian Gerd Kotz

Dr. Christian Gerd Kotz

Mein Name ist Dr. Christian Gerd Kotz. Ich bin Fachanwalt für Verkehrsrecht und Versicherungsrecht, sowie Notar mit Amtssitz in Kreuztal. Selbstverständlich berate und vertrete ich meine Mandanten auch zu jedem anderen Thema im Raum Siegen und bundesweit [...] mehr zu

Ratgeber und hilfreiche Tipps unserer Experten.

Lesen Sie weitere interessante Urteile.

Unsere Kontaktinformationen.

Rechtsanwälte Kotz GbR

Siegener Str. 104 – 106
D-57223 Kreuztal – Buschhütten
(Kreis Siegen – Wittgenstein)

Telefon: 02732 791079
(Tel. Auskünfte sind unverbindlich!)
Telefax: 02732 791078

E-Mail Anfragen:
info@ra-kotz.de
ra-kotz@web.de
zum Kontaktformular

Rechtsanwalt Hans Jürgen Kotz
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt und Notar Dr. Christian Kotz
Fachanwalt für Verkehrsrecht
Fachanwalt für Versicherungsrecht
Notar mit Amtssitz in Kreuztal

Bürozeiten:
MO-FR: 8:00-18:00 Uhr
SA & außerhalb der Bürozeiten:
nach Vereinbarung

Für Besprechungen bitten wir Sie um eine Terminvereinbarung! Ersteinschätzungen nur auf schriftliche Anfrage per Anfrageformular.

Termin vereinbaren

02732 791079

Bürozeiten:
Mo-Fr: 08:00 – 18:00 Uhr

Kundenbewertungen & Erfahrungen zu Rechtsanwälte Kotz. Mehr Infos anzeigen.

Ersteinschätzung

Wir analysieren für Sie Ihre aktuelle rechtliche Situation und individuellen Bedürfnisse. Dabei zeigen wir Ihnen auf, wie in Ihren Fall sinnvoll, effizient und möglichst kostengünstig vorzugehen ist.

Fragen Sie jetzt unverbindlich nach unsere Ersteinschätzung und erhalten Sie vorab eine Abschätzung der voraussichtlichen Kosten einer ausführlichen Beratung oder rechtssichere Auskunft.