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TÜV überziehen – Fristen und Strafen

Hauptuntersuchung (HU) verpasst? Diese Konsequenzen drohen.

Die technische Überprüfung eines Fahrzeugs, welche im Rahmen des TÜVs durchgeführt wird, ist ein wesentlicher Bestandteil zur Gewährleistung der Sicherheit im Straßenverkehr. Zwar muss mit einem Defekt an dem Fahrzeug nicht immer zwingend auch tatsächlich eine Verkehrsgefährdung einhergehen, allerdings muss hierbei der Defekt differenziert betrachtet werden. Der TÜV-Termin gehört für viele Fahrzeughalter von gebrauchten Fahrzeugen zu den eher unangenehmen Terminen, da stets die Unsicherheit im Hinblick auf die Erteilung einer neuen Plakette mit dem Termin verbunden ist. Die HU bzw. der TÜV ist für den Fahrzeughalter mit weitergehenden Kosten verbunden. Dies ist jedoch kein Grund, die HU vor sich herzuschieben. Wer den TÜV überzieht, der muss mit gravierenden Strafen rechnen. Die Fristen sollten dementsprechend jedem Fahrzeughalter bekannt sein.

Die Angst ist nicht automatisch begründet

Hauptuntersuchung (HU)
Hauptuntersuchung für Ihr Fahrzeug verpasst? Das kann teuer werden! (Symbolfoto: Christian Schwier/Shutterstock.com)

Es kommt schlichtweg stets darauf an, was an welcher Stelle im Fahrzeug kaputt ist. Der oberflächlich vorhandene Blechschaden kann zwar ebenfalls zu einer Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer werden, allerdings ist dies eher in den seltensten Fällen der Fall. Bei einem Defekt an der Beleuchtung eines Fahrzeugs jedoch sieht der Sachverhalt schon ein wenig anders, auch wenn dieser Defekt augenscheinlich eher klein und unbedeutend wirkt. Während der Blechschaden eher nicht zu der Hauptuntersuchung gehört, so wird die Beleuchtung regelmäßig überprüft. Die HU hat somit die Zielsetzung, die Sicherheit des Fahrzeugs sicherzustellen.

Was genau wird bei dem TÜV geprüft?

In erster Linie fokussiert sich die HU auf die Sicherheitsaspekte des Fahrzeugs. Dementsprechend wird überprüft, ob das Lenkrad die richtige Stellung aufweist oder ob die Bremsanlage funktioniert. Der Grund hierfür ist recht simpel: Ein defektes Fahrzeug kann sowohl den Fahrzeugfahrer selbst als auch die anderen Verkehrsteilnehmer gefährden. Der Gesetzgeber hat dementsprechend, um die Sicherheit zu gewährleisten, ein Intervall von zwei Jahren für den TÜV festgelegt.

Die Frist ist im Fahrzeugschein ersichtlich oder auf dem Nummernschild ersichtlich

Die Fristen für den TÜV gehören zu den wichtigen Terminen, die ein Fahrzeughalter stets im Fokus haben sollte. Der Termin für die nächste TÜV-Überprüfung befindet sich auf der Rückseite des Fahrzeugscheins sowie auch auf der Plakette des Nummernschildes. Auf diese Weise können auch die Ordnungshüter der Polizei im Rahmen einer Fahrzeugkontrolle bereits auf den ersten Blick feststellen, ob das Fahrzeug noch über eine gültige TÜV-Plakette verfügt oder ob der Termin für die TÜV-Überprüfung von dem Fahrzeughalter überzogen wurde.

Derjenige Fahrzeughalter, der den TÜV überzieht, muss mit einem Bußgeld rechnen. Dieses Bußgeld kann sich im Rahmen von 15 – 60 Euro bewegen. Die Grundlage für das Bußgeld stellt dabei der Bußgeldkatalog dar. Im Zusammenhang mit dem TÜV räumt der Gesetzgeber den Fahrzeughaltern jedoch eine sogenannte Übergangsfrist ein, welche als Überziehung genutzt werden kann. Dementsprechend drohen die Sanktionen erst nach Ablauf von zwei Monaten, jedoch sollte jeder Fahrzeughalter nach Möglichkeit den anstehenden TÜV-Termin beachten und einhalten.

Die Überziehungsfristen beim TÜV und ihre Folgen gem. Bußgeldkatalog

  • eine Überziehung von 2 – 4 Monaten kostet 15 Euro Bußgeld
  • eine Überziehung von 4 – 8 Monaten kostet 25 Euro Bußgeld
  • eine Überziehung von über 8 Monaten kostet 60 Euro Bußgeld zzgl. eines Punktes im Verkehrszentralregister in Flensburg

Die Überziehungsfristen für die Hauptuntersuchung bei Fahrzeugen für die eine Si­cher­heits­prü­fung vor­ge­schrie­ben ist und ihre Folgen gem. Bußgeldkatalog

  • eine Überziehung bis zu 2 Monaten kostet 15 Euro Bußgeld
  • eine Überziehung von 2 – 4 Monaten kostet 25 Euro Bußgeld
  • eine Überziehung von 4 – 8 Monaten kostet 60 Euro Bußgeld zzgl. eines Punktes im Verkehrszentralregister in Flensburg
  • eine Überziehung von über 8 Monaten kostet 75 Euro Bußgeld zzgl. eines Punktes im Verkehrszentralregister in Flensburg

Bei einer Verkehrskontrolle kann es schnell Ärger geben

Beachtet werden muss, dass die vorgenannten Bußgelder fällig werden, wenn der Autofahrer mit einem überzogenen TÜV oder einer überzogenen HU im Straßenverkehr angetroffen wird. Es ist hierbei absolut unerheblich, ob die Überziehung von dem Fahrzeughalter versehentlich oder mit Vorsatz begangen wurde. Wer also das Bußgeld oder den Punkt nicht riskieren möchte, der sollte den nächsten Termin für den TÜV oder die HU stets in einem Kalender notieren und auch rechtzeitig einen Termin bei der nächstgelegenen Werkstatt bzw. der Werkstatt des Vertrauens vereinbaren.

Wie wird die TÜV-Plakette auf dem Nummernschild eigentlich gelesen?

HU-Plakette
(Symbolfoto: Weitwinkel/Shutterstock.com)

Im Grunde genommen ist die TÜV-Plakette sehr einfach aufgebaut, der Fahrzeughalter muss lediglich die Bedeutung des Aufbaus kennen. Das Grundprinzip ist dabei bundesweit identisch. Mittig der Plakette befindet sich die Jahreszahl. In diesem Jahr wird der TÜV / die HU fällig. Im Zentrum der Plakette befinden sich bogenförmig aufgegliedert weitergehende Zahlen im Bereich 1 – 12. Diese Zahlen sind entgegen dem Uhrzeigersinn aufgegliedert. Die jeweilig oberste Zahl gibt dabei den Monat der HU an.

Beachtet werden muss, dass die TÜV-Plakette jedes Jahr aufs Neue eine anderweitig ausgestaltete Farbe aufweist. Auf diese Weise wird auch die Arbeit der Ordnungshüter von der Polizei immens erleichtert.

Bei einer näheren Betrachtung der Plakette wird ersichtlich, dass die Plakette auch Striche aufweist. Durch diese Striche werden letztlich die Ziffern 1 sowie 12 und 11 markiert. Durch diese Striche kann eine Polizeistreife, welche sich im Straßenverkehr hinter dem Fahrzeug befindet, den Überziehungszeitraum des TÜV-Termins identifizieren.

In der gängigen Praxis zeigen sich die Ordnungshüter der Polizei relativ kulant, wenn der Überziehungszeitraum bei einem PKW gerade einmal einen Monat beträgt. Dies führt in der Regle nur zu einer Verwarnung, welche nicht mit einem Bußgeld einhergeht. Ein wenig anders gestaltet sich jedoch der Umstand, wenn der TÜV-Termin bei Anhängern oder auch Bussen bzw. LKWs überzogen wurde. Der Grund hierfür liegt in dem Umstand, dass für derartige Fahrzeuge eine separate Sicherheitsüberprüfung bei dem TÜV-Termin gesetzlich vorgeschrieben ist. In derartigen Fällen entfällt auch bei einem Überziehungszeitraum von unter zwei Monaten die Verwarnung und es wird für den Fahrzeughalter direkt ein Bußgeld fällig. Dieses Bußgeld beträgt 15 Euro.

Welche Folgen hat die Überziehung des TÜVs für die anstehende TÜV-Überprüfung

Die Überziehung eines TÜV-Termins kann nicht nur ein Bußgeld oder sogar einen Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg nach sich ziehen, auch weitergehende Gebühren sind denkbar. Für gewöhnlich erfolgt bei einem Fahrzeug, dessen TÜV-Termin für einen längeren Zeitraum als 2 Monate überzogen wurde, eine sogenannte vertiefte Hauptuntersuchung. Dies bedeutet, dass von der Werkstatt das Fahrzeug alleinig aus dem Umstand der Überziehung heraus noch penibler überprüft wird. Dies bringt in der Regel auch eine Erhöhung der Gebühren für die Hauptuntersuchung im Bereich von 20 Prozent mit sich.

Den TÜV überziehen ist ein Glücksspiel

Erfahrene Fahrzeughalter könnten an dieser Stelle sicherlich den Einwand einbringen, dass eine allgemeine Verkehrskontrolle von den Ordnungshütern der Polizei in der gängigen Praxis überaus selten vorkommt. Dieser Einwand mag an sich nicht gänzlich falsch sein, da die Wahrscheinlichkeit einer Verkehrskontrolle durchaus gering ist. Es muss jedoch an dieser Stelle ausdrücklich betont werden, dass sich diese Wahrscheinlichkeit nicht bei dem Wert 0 befindet, sodass die Fahrt im Straßenverkehr mit einem überzogenen TÜV-Termin definitiv als Glücksspiel angesehen werden muss. Überdies muss in diesem Zusammenhang auch das Risiko eines Verkehrsunfalls berücksichtigt werden, welcher an sich bereits als eine unschöne Erfahrung angesehen werden muss.

Sollte ein Fahrzeugführer mit einem abgelaufenen TÜV in einen Verkehrsunfall verwickelt werden, so kann dies überaus unangenehme wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen.

Im Fall eines Verkehrsunfalls greift die Versicherung des Fahrzeughalters, um den Fahrzeughalter vor schweren wirtschaftlichen Folgen zu schützen. Sollte der Fahrzeugführer jedoch den TÜV- / HU-Termin überzogen haben, so kann die Versicherung den Fahrzeughalter in Regress nehmen. Der Grund hierfür liegt in dem Umstand, dass durch die Hauptuntersuchung das Risiko eines Verkehrsunfalls minimiert werden soll. Sollte ein Verkehrsunfall durch einen entsprechenden technischen Mangel, der im Rahmen einer HU bzw. TÜV-Überprüfung aufgefallen wäre, verursacht worden sein, hat die Versicherung das Recht, die Leistungen zu kürzen oder das aufgewendete Geld für den Verkehrsunfall zurückzufordern. Um diese Rückforderung durchzusetzen ist die Versicherungsgesellschaft jedoch in der Beweispflicht. Der Versicherungsgeber muss also dementsprechend nachweisen, dass eine pünktlich durchgeführte HU den Unfall auch tatsächlich verhindert hätte.

Der TÜV-Termin kann durchaus überzogen werden, wenn sich an dem Fahrzeug lediglich ein sogenanntes Saisonkennzeichen befindet. Der Grund hierfür liegt in dem Umstand, dass ein Fahrzeughalter nicht zwingend den Termin einhalten muss, wenn dieser Termin sich außerhalb des sogenannten Betriebszeitraums des Fahrzeugs befindet. Vor der Inbetriebnahme muss das Fahrzeug jedoch über eine gültige TÜV-Plakette verfügen!

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